Um sich heute noch auf dem ständig wachsenden Handymarkt halten zu können, müssen die Hersteller viel Kreativität an den Tag legen, um bei der Masse an Konkurrenten nicht unterzugehen. Viele von ihnen setzen deshalb verstärkt auf Modelle mit außergewöhnlichem Design, die besonders flach und klein oder auffallend geformt den stilbewussten Kunden ansprechen sollen. Allerdings besteht bei derartigen Handys oft die Gefahr, dass die technische Leistungsfähigkeit hinter dem Outfit zurückbleibt. Im Großen und Ganzen finden sie sich in der Regel nämlich nur im schlechteren Mittelfeld wieder, wie diverse Tests mehr als einmal gezeigt haben.
Bereits der Preis von 200 bis 800 Euro ohne Vertrag verleidet so manchem Kunden den Kauf schon, bevor er das Design Handy überhaupt in der Hand hatte. Darüber hinaus fehlen wie beispielsweise beim neuen iPhone oft Funktionen, die eigentlich zum Standard gehören. MMS, eine videofähige Kamera oder Umgebungsprofile sollten eigentlich bei einem aktuellen Gerät dieser Generation vorhanden sein. Doch selbst wenn sie vorhanden sind, heißt das noch lange nicht, dass sie auch funktionieren. Den Touchscreen mit dem Finger zu bedienen darf als geradezu unmöglich bezeichnet werden und Reaktionsverzögerungen gehören genau genommen zur Grundausstattung. Dagegen wirken geringe Akkuleitungen oder eine miserable Akustik, wie sie eigentlich bei den meisten Modellen zu beobachten sind, geradezu lächerlich.
Design Handys über einen Kamm zu scheren, wäre trotzdem nicht gerechtfertigt, denn es existieren auch erfreuliche Ausnahmen. Es bleibt zu hoffen, dass sich mehr Hersteller diesem Trend anschließen und sich die Kombination ansprechendes Design mit uneingeschränkter Funktionalität durchsetzt. Wird der Preis zudem auf ein annehmbares Level gesenkt, so dürfte auch die Kauffreude der Verbraucher enorm steigen.